LUNA LuxNachrichten #07 2014


 

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Pechsträhne für Barnes & Noble

Liberty Media sollte den in Schwierigkeiten geratenen US-Filialisten eigentlich retten, doch jetzt springt Inhaber und Milliardär John C. Malone ab und verkauft seine Anteile nach nur drei Jahren weiter. Grund dafür ist laut Börsenblatt die Unzufriedenheit des einstigen Investors mit den Umsätzen des Filialisten. Denn auch das zunächst vielversprechende Nook-Segment sorgte nur für Verluste. Für Barnes & Noble ist der Ausstieg doch vielleicht gar nicht so schlecht, denn ohne Milliardäre im Rücken kann man vermutlich besser über Millionen nachdenken. http://bit.ly/1kk5CSE

 

Weldons Wort zum Sonntag

Tom Weldon, CEO von Random House UK, lieferte eine pathetische Zusammenfassung zur London Book Fair. Das Börsenblatt zitiert ihn direkt in der Überschrift mit: «Verlage meistern den digitalen Wandel besser als irgendeine andere Medienbranche». (Mit dieser Einstellung könnte er nach dem Untergang der Gutenberggalaxis zumindest beim ewig-optimistischen Branchennewsletterdienst Langendorfs-Dienst anheuern). Okay, also wir sind das ewige Schwarzsehen ja auch eigentlich leid. Bisschen positive Energie schadet niemandem. Doch uns und auch Weldon bleibt nicht verborgen, dass es trotzdem einen Abwärtstrend gibt. Und solange keiner richtig weiß, aus welcher Richtung die Apokalypse zuschlägt, sammeln wir halt fleißig so viele Likes wie's geht. Symbolisches/Kulturelles/Soziales Kapital und so. http://bit.ly/Ot9rpB

 

Philosophie des Antisemitismus

Der deutsche Philosoph Martin Heidegger befasste sich vor allem mit der Phänomenologie und begründete 1927 mit seinem Hauptwerk «Sein und Zeit» die Fundamentalontologie. Doch ganz unumstritten ist Heidegger nicht, vor allem nicht zu Zeiten des Nationalsozialismus. Ein bekennender Antisemit soll er gewesen sein. Diesem Thema widmete sich die New York Times und berichtete über die vor kurzem veröffentlichten privaten philosophischen Schriften Heideggers. Interessant und aufschlussreich berichtet Jennifer Schüssler darüber, ob Heideggers Nazi-Dasein von seinem philosophischen Schaffen getrennt werden kann und wie mit den neu gewonnenen Erkenntnissen umgegangen werden soll. http://nyti.ms/1hW0a1f

 

PEN/Faulkner Preisverleihung

Der Gewinner des Pen/Faulkner Award for Fiction 2014 steht fest. Oder besser die Gewinnerin – gekrönt wurde nämlich Karen Joy Fowler für ihr Werk «We Are All Completely Beside Ourselves». (Gleichzeitig verleihen wir ihr hiermit den diesjährigen: Sympathischster Buchtitelaward) In dem Roman geht es um Familie, Emotionen, Herschmerz und das alles emotional und clever verpackt. Mehr zu Fowler und gegen wen sie sich durchsetzte finden Sie in der New York Times: http://nyti.ms/1jYfAX3

 

Lasset die Tränen fließen

The Guardian zeigt seine weiche Seite und bringt uns Bücher mit, die die Tränen nur so strömen lassen. Der Artikel bezieht sich dabei auf die Anthologie «Poems That Make Grown Men Cry» und man kann die Traurigkeit, Rührung und Betroffenheit förmlich spüren. Einblicke in einige Textzeilen finden Sie hier: http://bit.ly/1i4fadB

 

Dislike

Lilith.org erklärt uns jetzt mal, warum das Interview mit Philip Roth in der New York Times kein Like verdient hat. Auch wir haben über das Interview berichtet und fanden das Gespräch über Frauenfeindlichkeit etc. eigentlich ganz spannend. Shayna Goodman kritisiert vor allem, dass das Thema Frauenhass in den sozialen Medien heruntergeredet wird und Roths Meinungen und Aussagen nicht genügend wiedergegeben und interpretiert werden. Den kompletten Eintrag finden Sie hier: http://bit.ly/1mYmYBU

 

Poetisches Dänemark

Vor kurzem berichtete die New York Times über den jungen, dänischen Lyriker Yahya Hassan. Schon mit 18 veröffentlichte er eine Gedichtsammlung, in der er Dänemarks Sozialsystem, seine Familie und das Verhalten von dänischen Muslimen behandelt. In seiner Heimat wurde sein Buch zu einem riesigen Bestseller. Auf der Leipziger Buchmesse sicherte sich Ullstein die Rechte für eine deutsche Ausgabe. Mehr über den durchaus umstrittenen Dichter finden Sie hier: http://nyti.ms/PYb2on

 

Skandinavien in den Augen Jo Nesbøs

The Guardian interviewte kürzlich Jo Nesbø und sprach mit ihm über seine Bücher, neue Projekte, warum es Skandinavien blendend geht und irgendwie auch über Vorgänge in der Ukraine (welche Nesbø zufolge in einem nordischen Land undenkbar wären). Nesbø entdeckt im Fortverlauf seinen inneren Amerikaner und zeigt, dass sich Dinge ändern lassen und nichts unmöglich ist. Mehr zu Norwegen und Co. gibt es hier: http://bit.ly/OnX9iq

 

Und ewig wandert die Wanderhure

Unsere Freunde vom Verlag Voland & Quist wollen sich gegen den erstinstanzlichen (und reich absurden) Richterspruch gegen ihren Buchtitel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ wehren und gegen die heeren Beschützer der Original-Wanderhure, die Verlagsgruppe Droemer Knaur in eine nächste Instanz ziehen. Dafür braucht der Verlag dringend Geld, denn Prozesse gegen Justizirrtümer sind ziemlich teuer. Auf startnext bitten die Verleger daher um Crowdfunding-Spenden. Und wir sagen: Spendet! Macht Kohle locker! Entdeckt euren inneren Tucholsky! Alle berichten darüber, u.a. auch die WELT: http://bit.ly/1n3atYw

Kohle abwerfen hier: http://www.startnext.de/wanderhurenstreit

 

Nina Rubach & Christian Lux