LUNA LuxNachrichten #05 2014


 

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Diese verdammte, herumirrende Hure

 

Nun hat sich DroemerKnaur also endgültig lächerlich gemacht und den Verlag Voland & Quist vor Gericht im Streit um den Titel des satirischen Werkes »Die schönsten Wanderwege der Wanderhure« eine empfindliche Niederlage beigebracht. Der engagierte Indie-Verlag wird die Gerichtskosten zahlen und sein Buch spätestens im September umbenennen oder vom Markt nehmen müssen. Wir haben mal Titel des Verlags Droemer Knaur zusammengetragen: "Bierleichen", "Der Blutfluch", "Die Blutmesse von Florenz", "Brezeltango", "Dösende Möwen", "Discobushaltestellenhierarchie" (wtf?), "Dünentod", "Eiertanz", "Die Eleganz des Tötens", "Erhöhen sie Ihren EatQ" (WTF??), "Das Pestkind" (!!) – unser Liebling: "Blau ist die Farbe der Liebe". Solch überbordende Kreativität muss natürlich rechtlich geschützt werden. Wir wünschen euch ein paar schöne Runden McKinsey, Verlagsgruppe Droemer Knaur. http://bit.ly/1hE8jHx

 

Er ist noch da

 

Im April erscheint Timur Vermes Hitler-Satire in England und löste damit im Guardian eine Diskussion aus, ob Deutschland wirklich über Hitler lachen dürfe. Ist das noch komisch oder schon geschmacklos? Literarisch wertvoll sicher nicht, denn bei den Kritikern kam der Roman nur bedingt an. Dennoch ist er einfach nicht totzukriegen und führt die Bestsellerlisten. Ob das in UK auch so laufen wird, bleibt fraglich. Der Guardian frischt seinen Artikel mit weiteren absolut erwähnenswerten Hitler-Satiren auf, von Charlie Chaplin über Katzen, die wie Hitler aussehen bis zum Hipster-Hitler. http://bit.ly/1gNwKBe 

 

Sie werden ausschwärmen

 

In der FAZ spricht Amazon-Mastermind Jeff Bezos in einem Video-Interview über die geplanten Amazon-Drohnen. Außerdem geht es um die NSA – what else – und die Arbeitsbedingungen in deutschen Filialen. Bezos ist zuversichtlich was die Drohnen angeht, eine Auslieferung per Luftpost scheint für ihn sicher. Auch die Kindle-Geräte sieht er immer noch als Marktführer und «eines der größten Geschäfte» Amazons. Das Video gibt es hier: http://bit.ly/1fehgqp 

 

Zoë klärt auf

 

Nachdem Zoë Beck auf der Leipziger Buchmesse in der Diskussionsrunde «Words & Money» über Amazon und das neue Amazon Publishing Konzept sprach wurde sie mit «Find ich gut» zitiert. Auf culturmag.de räumt sie jetzt mit dieser Aussage auf und gibt ihre Meinung zu Amazon, der Buchbranche und vor allem deren Reaktionen auf Veränderungen und Entwicklungen preis. Als «groben Unfug» bezeichnet Beck das Zitat, das einem völlig anderen Kontext entsprang, entfleuchte, wich. Dennoch findet sie Amazon nicht durchweg schlecht, der Konzern habe auch positive Veränderungen gebracht und helfe immer wieder neue Entwicklungen voran zu treiben. Mehr hier: http://bit.ly/1lm0TPU 

 

Ein Quantum Chinanudeln

 

Kathrin Passig berichtet auf dem Messeblog von Deutschlandradio Kultur über das Independence Dinner im köstlichen China Brenner in Leipzig, bei dem auch LUXBOOKS-Mitverleger und LUNA-Co-Autor Christian Lux mitspeisen durfte. Hübsch verpackt wird der Bericht in ein Gespräch mit Jo Lendle, der sie über die Ökonomie dieses Essens aufklärt und von dem neuen Quantum Drucker von CPI zu berichten weiß. Laut Lux sei es vor allem lecker gewesen. Vielleicht müssen wir nächstes Jahr wieder jemand anderen hinschicken. http://bit.ly/1jIGEI4 

 

Run-D.M.C, 2Pac und Co.

 

Wer dachte Literatur und tougher Gangster-Rap lassen sich nicht miteinander vereinen, liegt total daneben. Das zeigte uns jetzt mentalfloss.com, die haben nämlich einfach mal mit Hilfe von RapRad (eine Website, die möchtegern Rappern dabei hilft passende Rhymes und Beats zu finden) berühmteste Zeilen aus bekannten Werken in die «Generate Line» eingeben. RapRad spuckt dann eine passende Folgezeile aus. Und so wird aus einem Hemingway ratzfatz MC Hammer oder so ähnlich. Check it out: http://bit.ly/1gj39ED  

 

Manhattans Paradoxon

 

Die New York Times berichtete kürzlich von Manhattans Paradoxon – eine literarische Stadt ohne Buchhandlungen. Schuld an der kulturellen Verödung seien die Mietpreise. Mit 40.000 Dollar pro Monat kommt man in Manhattan nämlich noch glimpflich davon. Immer mehr Buchhandlungen schließen oder haben in den nächsten zwei Jahren auslaufende Mietverträge. Wie soll sich die Stadt so noch als literarisches Weltzentrum halten können? Unter: http://nyti.ms/1rB4Rpb erzählen Betroffene ihre Geschichten und stellen Fragen an die Zukunft des kulturellen Manhattans. 

 

Nina Rubach & Christian Lux