H. D.: MeeresGarten - Erste Besprechung im Deutschlandradio


Lange hat es gedauert, nun ist er zum ersten Mal auf Deutsch erhältlich: der Debütband einer der wichtigsten Dichterinnen der Moderne: H.D., Meeresgarten, übersetzt von Annette Kühn, mit einem Nachwort von Dietmar Dath. 

Manuela Reichart schreibt: Die zweisprachige Ausgabe, die der kleine Verlag luxbooks (der sich überhaupt um die amerikanische Dichtung des 20. Jahrhunderts verdient macht) jetzt vorlegt, ist vorbildlich.

Die Übersetzerin Annette Kühn deckt die Schwierigkeiten beim Übersetzen auf: die komprimierten Verse, die puristische Sprache lassen sich nicht ohne Verluste ins Deutsche übertragen. Sie macht das an Beispielen deutlich, wenn sie sich etwa entscheiden muss, ob und warum sie sich - weil Doolittle bei "tear down" (niederreißen) auf "down" verzichtet - für "tear"/Träne entscheidet. Abgesehen von solch klugen Erläuterungen, die einen Einblick in die Mühen der Übersetzerarbeit geben, kann man in und mit diesen Gedichten lernen, was Sprache, was Lyrik vermag: Wir sehen neu und lernen die Bedeutung der Worte neu buchstabieren... Für Schnellleser und fixe Versteher ist der Band nichts, für die, die in der Sprache versinken wollen, kann er alles werden.

 

Onlinerezension hier: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1673165/

Stream des Radiobeitrags hier: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/02/09/drk_20120209_1533_bd18bc37.mp3