Feldpost #06 2014


»... diese kleine Branche, die weniger Umsatz macht als Aldi Süd« (Prof. Dr. Stephan Füssel, Leiter des Institut für Buchwissenschaft, Universität Mainz)

 

Die 100 Größten

Jedes Jahr wartet die Branche gespannt auf das Buchreport-Ranking der 100 größten Buchverlage. Warum ist nicht ganz ersichtlich, denn eigentlich gibt es da keine großen Überraschungen und die Liste sieht Jahr für Jahr relativ ähnlich aus. Das hatte man nach dem auch recht stabilen Branchenjahr 2013 wieder erwartet, doch Pustekuchen. Bei 44 Verlagen gab es Umsatzveränderungen von bis zu 5%. Nach oben und unten. So verliert beispielsweise Random House 1,2% und landet auf Platz drei. Trotz eines Minus von 2,2% steht jedoch Springer Science + Business Media an der unangefochtenen Spitze. Gratulation, es ist also fast so spannend wie die Bundesliga! http://bit.ly/1jr7ru3 

Publisher's Weekly bietet derzeit einen Überblick über die 60 größten Buchverlage weltweit: http://bit.ly/196iQIa

 

Machen statt meckern

Nachdem sich letzte Woche die Buchhändler zur verlegerischen Tätigkeit von Amazon geäußert haben, melden sich nun auch die Verlage zu Wort. Buchreport befragte mehrere Verlagsmenschen zu Amazon Publishing, unter anderem Volker Busch von Egmont. Der zeigte sich in einem knappen Statement gelassen und hieß Hybridautoren, die auf verschiedenen Wegen publizieren, willkommen. Sebastian Ritscher, Literaturagent bei Mohrbooks, hält Amazon weiterhin nicht für einen attraktiven Arbeitgeber, rät aber Buchhandlungen davon ab, den Verkauf von Amazon Publishing Titeln zu boykottieren. http://bit.ly/1hbdvBS  

 

Attacke

Die Ebook-Reader-Allianz Tolino versucht erneut Amazon anzugreifen. Nach dem erfolgreichen Markteintritt des Tolino Shine im vergangenen Jahr zielt nun der Tolino Vision als weiteres Angebot auf die zunehmend ebook-affiner werdenden Deutschen. Das sympathische Ziel der Tolino-Eigner ist Marktführer zu werden. Ob es gelingt Amazon das Zepter aus der Hand zu reißen, bleibt fraglich. Der neue Tolino Vision hat aber tatsächlich einige Neuerungen zu bieten. Handlicher, kontrastreicher und mit einem besseren Display wird der Amazons Kindle immer ähnlicher. Im Buchreport finden Sie eine detaillierte Gegenüberstellung von Tolino und Kindle: http://bit.ly/1pRaqMq 

 

Apps vor E-Books

Alexander Trommen, Dozent an der Akademie des Deutschen Buchhandels, gab im Buchreport ein inspirierendes Interview über die Einbindung von Apps in das Verlagsprogramm. Apps seien für Verlage eine bessere Alternative als E-Books, da das Print-Buch erhalten bleibe und durch eine App weiter angereichert werde. Vor allem Zeitschriften- und Zeitungsverlage sind derzeit Vorreiter im App-Store und machen vor, wie lukrativ das App-Geschäft doch sein kann. Weitere Tipps und Trends finden Sie im vollständigen Interview unter: http://bit.ly/1iRzD8G 

 

Drive-In and find out

Für den Zwischenbuchhandel gibt es mal wieder eine neue Studie. Das Börsenblatt veröffentlichte die Bilanz der Trendstudie Handelslogistik 2014. Zunächst sei gesagt: mit der Abholung vor Ort macht der Buchhandel schon mal alles richtig, denn das können viele Online-Händler nicht bieten. Interessant wären nun zusätzlich Drive-In-Stationen. So einfach wie bei McDonalds. Weitere Zahlen zu Lager, Auslieferung und Multichannel-Logistik allgemein finden Sie hier: http://bit.ly/1moY65T 

 

Ich selfpublishe, du selfpublishst, alle selfpublishen

Online-Plattformen für Selfpublisher gibt es gefühlt wie Sand am Meer. Die dort generierten Umsätze erkämpfen sich einen immer größer werdenden Marktanteil. Bisher gingen diese Umsätze allerdings am stationären Buchhandel vorbei. Der Selfpublishing-Dienstleister Tredition hat nachgefragt, warum das eigentlich so ist. Die Umfrage ergab, dass erstaunlicherweise nur 14% der befragten Buchhändler direkt abwinken, wenn es um Selbstverlegtes geht. Überzeugen lassen sich die Händler vor allem dann, wenn das Buch regionalen Bezug hat und die Ausstattung überzeugt. Weitere Auswahlkriterien und Hürden, die der stationäre Handel stellt finden Sie im Buchreport: http://bit.ly/1fFSNKN 

 

Zu guter Letzt: Stay Positive

Langendorffs Dienst hat weiterhin migräneninduzierend gute Laune. Die Schlagzeile am 3. April: Der Buchhandel gehört zu den besten Einzelhandelsbranchen. Es sei nach Parfümerien&Drogerien die „zweitfitteste“ Branche. (Ob das die Douglas-Oberen davon abhält den größten deutschen Buchhändler Thalia abzustoßen?) http://langendorffs-dienst.de

 

Nina Rubach & Christian Lux