LUXBOOKS OHRENSESSEL

serviert atemraubende Erzählungen und Romane der Gegenwart. Zum Auftakt erscheinen zwei der wichtigsten zeitgenössischen Erzähler der USA: der New York Times Bestseller „Der Spender“ von Sam Lipsyte, ein satirischer Roman, der schillernd und unfassbar komisch vom heutigen Amerika erzählt – dem Amerika nach den großen Illusionen. Sam Lipsyte wird als postmoderner Wiedergänger Mark Twains gefeiert und entwickelt inzwischen eine Serie für den Pay-TV-Sender HBO. Die Erzählungen Amy Hempels sind eine große Entdeckung – freilich nur in Deutschland. In den USA und in anderen Ländern Europas ist die Autorin längst eine moderne Klassikerin. In drei Jahrzehnten hat Hempel nur vier schmale Erzählungsbände veröffentlicht. Sie gehören jedoch zu den geschliffensten, packendsten Erzählungen überhaupt und werden in den kommenden Jahren bei LUXBOOKS vollständig veröffentlicht.

Amy Hempel: Was Uns Treibt

Erzählungen

übersetzt von Stefan Mesch.

Nach dem großen Erfolg von »Die Ernte« erscheint nun mit »Was uns treibt« ein neuer Band mit Storys der neben Alice Munro und Lydia Davis wohl meist verehrten Erzählerin englischer Sprache. »Du lernst, allen Ballast zu streichen. Stellst dir bei jedem Satz vor, wie deine Leser nur nach dem ersten Grund suchen, dich wieder fortzulegen. Der Trick?«, sagt Amy Hempel über ihre Zeit als Journalistin: »Ihnen keine Gründe zum Aufgeben zu lassen!«

Kurt Drawert: SPIEGELLAND

Roman. Prosa & Material

Bereits in den Jahren 1990 und 1991 schrieb Kurt Drawert einen kurzen, furios aufwühlenden, sprachgewaltigen Roman, der sich mit dem Ende seines Heimatlandes auseinandersetzt. Für diesen vermutlich ersten bedeutenden Roman über das Ende der DDR wurde ihm der Uwe-Johnson Preis verliehen. Gewidmet ist das Buch Drawerts Söhnen »im Sinne einer Erklärung«. Es erzählt die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung, die Drawert meisterhaft mit zeitgeschichtlichen Ereignissen verknüpft. Zum 25. Jubiläum des Mauerfalls wird dieses erste große literarische Zeugnis dieses Umbruchs neu herausgegeben. Der Band wird ergänzt um die Erzählungen der 90er Jahre, darunter »Haus ohne Menschen«, für das Drawert den Ingeborg-Bachmann Preis erhielt. Thematisch verbundene Essays wie »Polen, eine innere Reise« und »Go, Trabi, go down« bieten einen Blick auf die Jahre nach dem Fall der Mauer. Mit dieser Ausgabe liegen erstmals die wichtigsten Prosatexte Kurt Drawerts aus der Anfangszeit des wiedervereinigten Deutschland gesammelt vor.

Percival Everett: "Ich bin nicht Sidney Poitier"

Roman

Am Anfang und im Zentrum des vielleicht unterhaltsamsten Romans zu Medienwahnsinn und Rassenfragen in den USA steht ein böser, verzweifelter Witz: Portia Poitier, die unkonventionelle Mutter der Hauptfi gur, gibt ihrem Sohn den Namen »Nicht Sidney«. Starkult, Rassenfrage, und die Schere zwischen Arm und Reich sind Nicht Sidney Poitier damit in die Wiege gelegt. Nicht Sidneys Mutter stirbt, als er elf Jahre alt ist und sie hinterlässt ihm nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern aufgrund kluger Investitionen auch einen maßgeblichen Anteil an der Turner Broadcasting Corporation, dem Mutterkonzern des Nachrichtensenders CNN. Dessen Gründer, Ted Turner, wird nun zum Vormund des vielleicht reichsten, verwirrtesten afroamerikanischen Jungen der USA. Als Nicht Sidney das abgeschirmte Anwesen seiner Jugend verlässt, wird er verhaftet und gerät sogleich in einen Mordfall in Smuteye, Alabama. Percival Everett hat mit diesem Roman eine dunkle, witzige, überbordende erzählerische Tour de force durch ein groteskes Amerika der Postmoderne geschaffen.

GEGEND ENTWÜRFE

Lesebuch für Literatur aus Rheinland-Pfalz. Herausgegeben von Alexander Wasner und Michael Au

GEGEND ENTWÜRFE ist ein Jahrbuch für Literatur aus einem gerne unterschätzten Landstrich, ein Schrei nach Liebe aus der Provinz und zur Provinz. GEGEND ENTWÜRFE ist geschützt und macht, was Literatur nicht darf: Halt an den Grenzen, zumindest den geographischen. Denn dieses Jahrbuch will die literarische Szene eines Bundeslandes vermessen, das in den letzten Jahren viel zu oft als Heimat des Eifelkrimis von sich reden gemacht hat. In Rheinland-Pfalz beginnt Literaturgeschichte gerne. Aber sie wird schnell flügge. Und dann kennt sie keine Grenzen mehr. GEGEND ENTWÜRFE zeigt Literatur im Neststadium – und noch einiges mehr: Rheinland-Pfalz als Ort des Infernos (nach Dante), große Nestflüchter aus Hamburg und Berlin, eine Kartographie des Preisregens und Gespräche über Gott und die Welt. Mit Beiträgen von: Daniel Ableev, Dante Alighieri, Nora Bossong, Lutz Herrschaft, Frank Hertweck, Martin Mandler, Rainer Moritz, Harald Martenstein, Nina Sahm, Nadja Schlüter, Hans Thill u.v.a.m.

 

John Hawkes: DIE LEIMRUTE

Roman. Übersetzt von Grete Weil

Ein Pferderennen im englischen Aldington bietet den Hintergrund für einen literarischen Thriller von Weltrang. Das Ehepaar Michael und Maragret Banks wird von einem Freund in den scheinbar genialen Plan verwickelt, eines der Rennpferde beim Golden Bowl zu stehlen und unter falschem Namen wieder auf die Bahn zu schicken. Die Aktion schlägt katastrophal fehl, und die Banks finden sich unvermittelt im Konflikt mit einer professionellen Verbrecherbande und somit in einem fiebrigen, albtraumhaften Szenario, das auf ein grausames Ende zusteuert.

Thomas Pynchon hält den Roman für einen der wichtigsten Wegbereiter der Postmoderne. Zu Hawkes Fürsprechern gehören außerdem Flannery O’Connor, Saul Bellow, Anthony Burgess, Donald Barthelme und William H. Gass.

Bereits 1964 erschien im Limes Verlag Wiesbaden (zu dessen Autoren Gottfried Benn und Alan Ginsberg gehörten) John Hawkes "The Lime Twig" in der Übersetzung von Grete Weil. Das
fünf-zigjährige Publikations-Jubiläum wollen wir dazu nutzen, auf die durch uns in Wiesbaden fortgeführte Herausgabe von US-Literatur und Gegenwartslyrik
hinzuweisen.

Tao Lin: RICHARD YATES

Roman. Übersetzt von Christian Lux

In "Richard Yates" erzählt Tao Lin, Enfant Terrible unter den jungen Erzählern der USA, eine dunkel hypnotische Geschichte um schlechten Sex, veganes Essen, Gmail-Chats und einer verbotenen Liebe. Der titelgebende legendäre Romanautor Richard Yates ("Revolutionary Road") spielt nahezu keine Rolle. Stattdessen wird die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen einem sehr jungen Autor und einer noch jüngeren minderjährigen Schülerin erzählt, die sich im Internet unter den Pseudonymen Dakota Fanning und Haley Joel Osment, beides Namen berühmter Hollywood-Kinderstars, kennenge-lernt haben. Während Haley Joel Osment versucht Arbeit und Liebe miteinander zu vereinbaren, wird Dakota Fanning fortlaufend selbstzerstörerischer im Versuch, Haleys uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu erhalten. Haleys Schuldgefühle und Wut steigern sich, bis das Paar in einen unkontrollierbaren Strudel gerät. 

Paul la Farge: DIE FAKTEN DES WINTERS

Erzählungen. Übersetzt von Simone Schröder

 

»Die Fakten des Winters« ist eine verspielte Sammlung von Träumen, geträumt von Pariser Bürgern im Winter des Jahres 1881. Der Erzähler dieser Träume ist Paul Poissel, der größte unter den kleinen französischen Autoren des späten 19. Jahrhunderts. Die amüsanten, verstörenden und enigmatischen Traumwelten berühmter wie unbekannter, existierender und fiktiver Pariser erinnern an Borges, Kafka und Erik Satie, und letztere wären wohl Zeitgenossen und Brieffreunde Poissels gewesen — hätte es Paul Poissel je gegeben. 

Zmicier Vishniou: DAS BRENNESSELHAUS

Roman. Übersetzt von Martina Jakobson

Safa Burschtyn, der seit seiner Geburt auf dem elterlichen Sofa die Welt “ kopfüber entdeckte und deshalb Schriftsteller wurde”, verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Malen pseudostalinistischer Ölgemälde. Er lebt in Minsk, bis Seltsames geschieht: Ein Handwerker gräbt einen Tunnel durch seine Wohnung, seine Freundin Natascha entführt ihn in die mythischen Sümpfe der weißrussischen Sprache, die Kaktusmafia lässt den Gemüsegarten der Großeltern zuwuchern, ein gelber Gartenzwerg überwacht Safa gleich einem Angehörigen des Geheimdienstes – ob real oder virtuell, jede dieser Gestalten unternimmt den Versuch, Safa davon abzuhalten, seinen Roman zu schreiben. Safa landet schließlich im Künstlerhaus “Tacheles” in Berlin inmitten von Freaks, Performern, Kunsthändlern, Literaturagenten und schrägen Typen. Geheime Drahtzieherin und literarische Metaebene des Romans ist eine schräge weißrussische Großmutter, die in wandelbarer Gestalt als Literaturkritikerin oder Lebensberaterin mit moralischen Ansprüchen das Geschehene kommentiert und vorantreibt. Eine surreale, hochkomische und überaus unterhaltsame Tour de Force durch die weißrussische Seele, eine wundersame Reise für Safa, ein großer Roman!

Zmicier Visniou ist einer der bedeutensten Erzähler der jungen weissrussischen Literatur. "Das Brennesselhaus ist sein erster Roman.

Sam Lipsyte: DER SPENDER

Roman

Eine böse, treffsichere Satire über das Amerika der 2000er Jahre. Lipsyte verrührt seinen urkomischen Cocktail aus Sarkasmus und schmerzlicher Handlungsunfähigkeit zu eloquenten Volten, die ihm den Vergleich mit Mark Twain und Joseph Heller eingebracht haben. 

Ein New York Times Bestseller

Amy Hempel: DIE ERNTE

Erzählungen

 

Amy Hempel ist in Deutschland eine der großen unentdeckten Stimmen der amerikanischen Literatur. Die vier schmalen Bändchen, die sie in den letzten 30 Jahren veröffentlicht hat, sind in den USA und anderen Ländern Europas bereits moderne Klassiker. Die minimalistischen Geschichten von Amy Hempel sind Kleinode, in die man hineingeworfen wird, um verändert wieder aufzutauchen. Sie sind scharfsichtige Portraits scheinbarer Nichtigkeiten.