Kein schöner Land: Gedichte von Daniela Danz und Tom Bresemann


LESUNG & GESPRÄCH

Lesung und Gespräch mit Tom Bresemann Autor, Berlin Daniela Danz Autorin, Kranichfeld  Moderation Florian Höllerer Literaturwissenschaftler, Berlin

Die Gedichte von Daniela Danz (*1976 Eisenach) und Tom Bresemann (*1978 Berlin) könnten unterschiedlicher nicht sein. Beide schreiben über Heimat und Vaterland, doch während Danz den Wunsch formuliert, »dem alten Deutschland / noch einmal den Kopf zu kraulen«, spricht Bresemann von der »unpreusSischen Fotze Mute Erde«.

Die schmerzlich-genauen Deutschlandbilder, die Danz in ihrem jüngstem Band »V« (Wallstein Verlag 2014) entwirft, sind auf leise Art kühn. In ihnen sieht der Leser weit über Land, in die »mitteldeutsche Leere« etwa, wo der Staub von den Feldern über steinzeitliche Gräber weht, oder in ein ehemaliges Sperrgebiet, wo in der Remise eines Jagdschlosses die ungespannten Tellereisen rosten.

Tom Bresemanns Gedichte aus dessen neuem Band »arbeiten und wohnen im denkmal« (luxbooks 2014) sind anarchischer im Ton. Sie polemisieren wortgewandt gegen »selbstgenügsame kleinpeterei« und erzeugen ein Störgeräusch im »weltanschauungsempfang«. In Bresemanns Deutschland wachsen bei gleichbleibendem Warendruck die Pappeln ins Preußischlau, und die Wiesen tragen einen Scheitelschnitt.

Daniela Danz und Tom Bresemann lesen und werden von Florian Höllerer befragt.

Beginn der Lesung: 
24.02.2015 - 19:00
Veranstaltungsort: 
Literaturwerkstatt Berlin, Kulturbrauerei, Knaackstraße 97
10435 Berlin