John Berrymann: 77 Dream Songs

Gedichte. Zweisprachig
Seitenzahl: 
200
Preis: 
19,80
ISBN: 
978-3-945550-07-6
Erscheinungstermin: 
Frühjahr 2015

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Mit »77 Dream Songs« erscheint eines der wichtigsten Werke der englischsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts erstmals in deutscher Übersetzung. 1965 erhielt der Band den Pulitzer Prize for Poetry. Wegen ihrer autobiographischen Färbung oft als »Confessional poetry« bezeichnet, hat John Berryman diesen
Begriff jedoch stets zurückgewiesen. Die »Dream Songs« bekennen nicht nur, sie klagen nicht nur, sie streiten auch, klagen an, fragen und reißen bittere Witze. So geht es um immer wiederkehrende Figuren und deren Dialoge, Gemütszustände und Blickwinkel auf die Welt, um Jazz, Theater und Minstrel-Shows, um Zen, Christentum und Buddhismus, um Liebe, Verzweiflung und Tod. Die Gedichte werfen ein getrübtes Licht auf das Amerika und die Welt der industriellen Moderne sowie auf das Individuum, das in dieser lebt. Protagonist ist Berrymans legendäres Alter Ego Henry. Dieser berichtet von seinen Krisen, nimmt aber auch vielfach die Stimmen und Perspektiven der von der Geschichte Unterdrückten auf: die der Schwarzen, der Juden, der Frauen. Oft mischen sich die
Stimmen, es wird unklar, wer genau spricht: die Persona ist ebenso zerrissen wie die Welt, die sie umgibt.

»Ich bin der kleine Mann der raucht & raucht.

Ich bin das
Mädchen, welches besser weiß, doch.

Ich bin der König des
Pools.

Ich bin so weise, dass mein Mund wurd zugenäht.

Ich
bin ein Regierungsekretär & gottverdammter Narr.

Ich bin
eine Frau, die Witze über sich erträgt.

Ich bin der Gegner des
Verstands.

Ich bin der Autohändler und liebe dich.

Ich bin
Jugendkrebs, mit einem Plan.

Ich bin der ausgelöschte Mann.

Ich bin die Frau, so kraftvoll wie ein Zoo.

Ich bin zwei Augen,
geschraubt an mein Set, dessen blinde–

Es ist der Vierte
Juli.

Tagesgebet: während der Mann, der im Sterben liegt,

und dem du vorausgangen, Schöpfer der vergibt,

ächzt: >Thomas
Jefferson lebt<

vergebens, vergebens, vergebens.

Ich bin
Henry Pussy-cat! Mein Schnurrbart fliegt.«