Backlist

Matthew Zapruder: Der Pyjamaist

Graphikheft in Mappe. Übersetzt von Ron Winkler. Illustriert von Martina Hoffmann

Der Held von Matthew Zapruders dystopischem Prosagedicht ist ein Pyjamaist, ein Mann, der die Leiden anderer erträgt.  Wie ist das möglich? Etwas Ungeheurliches ist geschehen: Im Institut für Leidensforschung wurde eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, Leid von einem Menschen auf den anderen zu übertragen. Durch die Einnahme einer Pille und durch das Hineinschlüpfen in den Pyjama desjenigen, dessen Leid übernommen werden soll, kann jeder die Leiden eines anderen Menschen für diesen ertragen.

Jessica McLeod: Space Rabbit

oder Von der Traurigkeit weltraumreisender Hasen ein graphikbuch. Übersetzt von Christian Lux

Der erste Band dieser Reihe lädt in die sanft-bizarre Welt der jungen Zeichnerin Jessica McLeod, die seit einigen Jahren zutiefst melancholische, leise-ironisch aufblitzende Geschichten im Web publiziert. Dieser Band versammelt die vier kleinen Geschichten um Space Rabbit, einen heimatlosen Hasen, für den es weder im All noch auf der Erde ein passendes Zuhause gibt. McLeod zieht ihre Leser Bild für Bild in eine langsamer tickende Welt, weit ab von Börsenlärm, Kulturgeflacker und Zeitgeist und schafft so nahezu wortlos eine ausgebremste Gegenwelt zu der Geschwindigkeit des Internet, dem dieser Hase entstammt.

Forrest Gander: als es dich gab

Roman. Übersetzt von Ron Winkler. Mit einem Nachwort von Jeanette Winterson

"Heldentum ist eine Sekundärtugend”, notierte Albert Camus, “Freundschaft hingegen eine Primäre.” In seinem ersten Roman schreibt Forrest Gander über Freundschaft, Neid und Eros in einer spannungsgeladenen Sprache. Inmitten der Südstaatenlandschaft, die er so fließend und voller Leben skizziert, dass sie der Komplexität und Lebhaftigkeit der Protagonisten wie eine weitere Figur zur Seite steht, erzählt Gander in als es dich gab mit den Stimmen von drei Figuren die Geschichte eines begabten Mannes, eines Landvermessers namens Les. Seine Wirkung auf seine Umwelt, auf seine Geliebte Sarah und seinen Freund Clay, führen ihn in gefährliche erotische Gratwanderungen und in eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit den Stimmen von Les, Clay und Sarah erforscht die Erzählung das Wesen von Anziehung, Betrug und Loyalität. Ganders erster Roman ist nicht nur stilistisch eine Offenbarung: in ihm findet sich das Geschenk einer kraftvoll verstörenden Geschichte.

Jennifer L. Knox: Wir fürchten uns

Ausgewählte und neue Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Christian Lux und Ron Winkler. Mit farbigen Fotografien von Jeremy Hinsdale

Die Lyrik der Jennifer L. Knox gehört zu dem frechsten und ungewöhnlichsten, was die jüngste zeitgenössische Lyrik der USA zu bieten hat. In ihren Gedichten schlüpft sie in unzählige Rollen, schlägt dabei Kapriolen von der Post- zur Popmoderne und verbrüdert sich im Geiste mit Frank O’Hara, Pop-Kultur, Spätwestern und Derrida. Nebenbei und von leichter Hand sind diese Gedichte obendrein zutiefst tragikomisch mit einem leichten Hang zum Absurden. Ihre Gedichte erscheinen in der wichtigen jährlich herausgegeben Blütenlese amerikanischer Lyrik The Best American Poetry, sowie in The Iowa Review, Ploughshares und Verse.

Barbara Guest: Fallschirme, Geliebter

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Johannes Beilharz. Mit einem Nachwort von Peter Gizzi & Kohlezeichnungen von Annette Kühn.

Sie war die unbekannte Fünfte im Bunde: Barbara Guest (1920-2006). Die große amerikanische Dichterin, die viele Jahre nahezu in Vergessenheit geraten war & stets im Schatten jener legendären anderen Vertreter der New York School – John Ashbery, Kenneth Koch, Frank O’Hara & James Schuyler – stand, sie hat in den letzten zehn Jahren eine überfällige Renaissance erlebt. Den Dichtern der Language-School wie auch vielen jüngeren amerikanischen Dichtern gilt sie als Ikone und ewiger Geheimtipp.

Amy Lowell: Verwundertes Glimmen

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Annette Kühn. Mit Materialien, einem Nachwort & Illustrationen.

Die Grande Dame der amerikanischen Lyrik, der 1926 posthum der Pulitzerpreis zuerkannt wurde, muss hierzulande erst noch entdeckt werden. Nach einer Europareise 1902 schrieb sie ihre ersten Gedichte und konnte diese ab 1910 im »Atlantic Monthly« veröffentlichen. Amy Lowells Lyrik war anfänglich stark von den englischen  Romantikern, insbesondere John Keats beeinflusst. 1912 eröffnete ihr die Lektüre der amerikanischen Imagisten neue Richtungen für ihre Arbeit. Zeitgleich erschien ihr erster eigener Gedichtband »A dome of Many-Coloured Glass«.

D. A. Powell: Cocktails

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Christian Lux. Mit einem Nachwort von Kevin Prufer & Illustrationen von Mahendra Singh.

D. A. Powells Dichtung ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Kein anderer Dichter seiner Generation vermag es gleichzeitig regelmäßig auf den Seiten der altehrwürdigen etablierten Zeitschriften wie auch in den sprachexperimentellen Magazinen der Language Poetry zu erscheinen & dabei obendrein Anhänger in der Slam Poetry um sich zu scharen. Und immer wieder findet sich der Vergleich mit e.e. cummings. Schonungslos & mit unbestechlichem Auge findet powell den Stoff für seine Gedichte in den Begleiterscheinungen seiner unheilbaren Erkrankung.

John Updike: Americana

Reisegedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Christian Lux. Mit Illustrationen von Annette Kühn.

Reisebilder, Flughafengedichte, satirisch-melancholische Kleinode hat der große Romancier John Updike (1932-2009) in seiner Gedicht-Sammlung »Americana« von 2001 versammelt. Updike hat mit diesen Gedichten ein letztes grosses Bild der USA unmittelbar vor dem 11. September, vor George. W. Bush, vor New Orleans gezeichnet. Und doch sind die Einblicke in die amerikanischen Kleinstadtwelten, auf die Metropolen, auf die Flughäfen des Landes zeitlos – mögen sich die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen verschärft haben, mag das politische Klima unerträglich aufgeheizt sein: es lohnt, in diese Gedichte einzutauchen.

John Ashbery: EIN WELTGEWANDTES LAND

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von deutschen Lyrikern. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff

Der jüngste und 27. Band des derzeit wohl wirkungsmächtigsten US-amerikanischen Lyrikers zeigt den 1927 in Rochester geborenen John Ashbery erneut als den unangefochtenen Meister des doppelbödigen Versteckspiels. Die Bedeutung des schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen New Yorker Weltbürgers ist hierzulande höchstens mit jener Friederike Mayröckers zu vergleichen. Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen.

Tobias Amslinger/Léonce W. Lupette: EINZIMMERSPRINGBRUNNENBUCH

Gedichte, Notate, Fotografien. Gestaltet von Bettina Knoth.

Das Debut des Duos Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette ist eine spritzig verspielte Tour deForce. Basierend auf dem literarischen Blog gleichen Namens, bei dem sich die beiden Autoren seit zwei Jahren mit Gedichten, Kurzprosa, Netz-Fundstücken und Fotos die Bälle zuspielen, hat sich mit diesem Buch ein geschliffenes Kondensat ihrer bisherigen Experimente herauskristallisiert. Es ist ein enzyklopädisch anmutendes Werk fortschreitender Zerstreuung, wie das Internet scheinbar ordnungslos und doch wie ein Flickenteppich aus Sprache eng miteinander verwoben, dabei hoch amüsant, vertrackt, experimentell und zugänglich zugleich.