Backlist

Peter Gizzi: totsein ist gut in amerika

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Sylvia Geist, Daniela Seel und Christian Lux. Mit Übersetzungen von Andreas Bülhoff, Simone Kornappel und Jan Skudlarek

totsein ist gut in amerika, deutlicher kann ein Abgesang auf den amerikanischen Traum nicht ausfallen. Und dennoch ist es ein Gesang. Die Vermählung größtmöglicher Kritik mit einer traurigen Hymne. Die Ambivalenz alles heutigen Lebens und Denkens in Verse zu bannen - niemandem gelingt dieser Spagat wie den Dichtern der USA. Von Walt Whitman bis Frank O'Hara und Jack Spicer gibt es eine lange Tradition dieser janusköpfigen Gedichte. Neben Ashbery und Creeley sind sie diese Dichter die eigentlichen Paten eines der wichtigsten Gegenwartsautoren der USA. Mehrere deutsche Lyriker wie Sylvia Geist, Daniela Seel, Jan Skudlarek und Simone Kornappel sowie der Verleger des luxbooks-Verlags haben sich an die Auswahl und Übersetzung aus dem Werk des in Amherst lebenden Peter Gizzis gemacht. Herausgekommen ist einer der wichtigsten Werküberblicke in der luxbooks.americana. Das Nachwort stammt von der bedeutendsten Lyrikkritikerin der USA: Marjorie Perloff.

Kevin Prufer: Wir wollten Amerika finden

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Norbert Lange und Susanna Mewe

 

»Mein Imperium fiel wie ein Blutstropfen ins Gras.« Kevin Prufers Gedichte sind Expeditionsunternehmen in ein zerrissenes, um seine Träume und Selbstbilder gebrachtes Amerika. Sein Thema sind Zusammenbrüche und Unfälle von Autos wie Staaten. Sein Amerika ist eine Landschaft in der Notaufnahme, »Schnee« liegt wie »kleine Beruhigungsmittelchen im Garten verstreut«, seine Mitbürger begegnen ihm als schlaflose Pilger zwischen Einkaufszentren, Zerstreuung und Kriegsberichterstattung. Kevin Prufer hat das politische Gedicht für die Popmoderne reaktiviert und schafft es dennoch in diesem Waste Land des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts die eigentliche Poesie des Menschseins zu feiern. Der Band ist in enger Zusammenarbeit mit Kevin Prufer von Susanna Mewe und Norbert Lange übersetzt worden.

 

Gedichte vom Untergang einer Weltmacht

Juana Manuela Gorriti: Der schwarze Handschuh

 

Ein schwarzer Handschuh entscheidet über Liebe und Verrat, Leben und Tod in einem Land zwischen Bürgerkriegen und Diktatur. Klassische Liebesgeschichte und zugleich eine politische Geistererzählung, bereitet Der Schwarze Handschuh die Tradition des magischen Realismus in der argentinischen Literatur vor. In Juana Manuela Gorritis (1816-1892) boshafter Liebesgeschichte schwankt der Soldat und angehende Politiker Wenceslao zwischen den ungewöhnlich modernen Frauengestalten Manuelita und Isabella.

Esteban Echeverría: Der Schlachthof

Eine der grundlegenden Erzählungen der argentinischen Literatur zum ersten Mal auf Deutsch! Der Schlachthof von Esteban Echeverría (1805-1851) spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs zur Zeit des Rosas-Regime. Nach einer katastrophalen Überschwemmung treibt der Hunger nach Fleisch die Menschen auf einem dreckigen Schlacht-hof zusammen, auf dem sich die Innereien und das Blut von  getöteten  Stieren sammeln. Mit teils absurder Morbidität schildert Echeverría das Geschehen. Der Schlachthof ist das eindringlichste Zeugnis der Unübersichtlichkeit und Unsicherheit der Epoche in der Geschichte des jungen Landes. In einer einzigartigen Dichte vereint Echeverría drastische Bildlichkeit, Sarkasmus und Satire, politische Parabel und szenische Dialoge. 

freie radikale

junge dichter vor ihrem ersten buch

Es vibriert, es rumort, es bewegt sich etwas in der jüngsten deutschen Literatur. Neben den Versuchslaboren Leipzig und Berlin haben sich in Städten wie Kiel, Hamburg, Hildesheim und Köln magnetische Zentren für junge Autoren gebildet. Diese Anthologie versammelt je sechs bis zehn Gedichte von 13 der vielversprechendsten, genaustens beobachteten Lyriker, deren erster Gedichtbandkurz bevor steht.

H.D.: MeeresGarten

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Annette Kühn. Mit einem Nachwort von Dietmar Dath. Illustriert von Martina Hoffmann

Der Debütband Hilda Doolittles gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Moderne und ist zugleich einer der schönsten Gedichtzyklen über das Meer und vor allem über die Blumen in der Nähe der Ozeane überhaupt. Es sind die für den Imagismus so wichtigen Einflüsse aus Dichtung und Kunst des alten Japans mit seinem traditionellen Understatement, die den Gedichten Doolittles ihre puristische Schönheit verleihen. In der stillen Betrachtung der windgeschüttelten und salzverkrusteten Blumen vollzieht H.D. die lyrischen Transformationen, die ihre Dichtung zu einer so wichtigen Bezugsquelle für die moderne englischsprachige Dichtung machen.

Matthew Zapruder: Glühend

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Ron Winkler. Illustriert von Chris Uphues

Mit einem freundlichen Augenzwinkern durchstreift Matthew Zapruder eine durch die Grausamkeit der Conditio Humana häufig trostlos wirkende Welt. Seine Gedichte sind nie statisch, sie sind auf dem Weg »fortwohin«: sie sind energetisch und neugierig und wissen doch stets um die Abgründe das Daseins. »Mit Chaplin-esker Eleganz wird der Einfallsreichtum dieser düsteren wie gewandten Gedichte mit einem Sinn um die Schicksalshaftigkeit des Seins ausbalanciert. Matthew Zapruder ist ein gefährlicher Lyriker; seine Gedichte verwickeln uns in Aufbrüche und atemberaubend schnelle Fluchtszenarien, während sie das Elend der Schwerkraft vor Augen führen.« (Dean Young).

Neue argentinische Dichtung

Zweisprachig. Herausgegeben von Timo Berger und Gustavo López. Übersetzt von Timo Berger, Rike Bolte, Odile Kennel und Sarah Otter. Mit Nachwort und Anmerkungen

 

Mit diesem Band liegt zum ersten Mal eine umfassende Vermessung der gegenwärtigen Lyrik Argentiniens vor. Das Buch erscheint mit biographischen Anmerkungen und einem Nachwort der Herausgeber Timo Berger und Gustavo López. Aus dem argentinischen Spanisch von Timo Berger, Rike Bolte, Odile Kennel und Sarah Otter. Unter den weit über 20 Autoren finden sich: Fabián Casas, Washington Cucurto, Juan Desiderio, Martin Gambarotta, Sergio Raimondi, Damián Rios, Ana Wajszczuk & Laura Wittner.

Das Projekt wurde großzügig gefördert vom Programa SUR COFRA des argentinischen Außenministeriums.

 

Lesung: Fabián Casas, Gustavo López und Timo Berger präsentieren den Band auf der Frankfurter Buchmesse am 10.10 auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage um 12:00. Halle 4.1, Stand D128

 

Ben Lerner: Die Lichtenbergfiguren

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Steffen Popp. Mit einem Nachwort von Matthias Göritz

Ben Lerners Lichtenbergfiguren sind eine unkonventionelle Sonett-Sammlung, die sich den Beziehungen zwischen Sprache und Erinnerung, zwischen der strukturierenden Form und entfesselter Gewalt widmet. Das Buch entlehnt seinen Titel den von Georg Christoph Lichtenberg entdeckten hochästhetischen farnartigen Mustern, die im Staub auf der Oberfläche einer geladenen Isolator-Platte entstehen. Es ist das gleiche Prinzip, das auch der Fotografie zugrunde liegt.

Martina Hoffmann / E.A. Poe: Die Ballon-Luftnummer

Graphikheft in Mappe

Völlig verspätet und dennoch zum 200. Geburtstag von Edgar Allan Poe erscheint mit diesem Band seine meisterhafter Zeitungsente, dem später sogenannten »Balloon Hoax«, der am 13. April 1844 in der New York Sun veröffentlicht wurde. Vermeldet wurde die erfolgreiche Überquerung des Atlantiks mithilfe einer Heißluftballon-ähnlichen Konstruktion, gefolgt von der Ankündigung einer Sonderausgabe, die sich dem Ereignis ausführlich widmen würde. Die Sonderausgabe erschien noch am gleichen Tag und enthielt Poes wunderbar bizarre Erzählung. Erst am Folgetag flog der gemeinsame Streich der Herausgeber und Poes auf.