Sarah Manguso

Sarah Manguso (*1974 in Massachusetts) veröffentlichte bisher vier Bücher. Die Gedichtbände »The Captain Lands in Paradise« (2002) und »Siste Viator« (2007), den Erzählband »Hard to Admit and Harder to Escape« (2007) sowie den Prosaband »The Two Kinds of Decay« (2008). Ihre Gedichte erschienen u. a. in drei Ausgaben der BestAmerican Poetry-Serie, dem New York Times Magazine, der London Book Review sowie in der Paris Review. Sie erhielt u. a. 2008 den Joseph Brodsky Rome Prize sowie den Pushcart Prize. Sarah Manguso unterrichtete Literatur an der University of Iowa und lehrt am Pratt Institute.

Sarah Manguso: Komm her, O Klarheit

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Ron Winkler. Mit Illustrationen von Jessica Findley.

Die Gedichte der Joseph Brodsky Rome-Preisträgerin 2008 sind funkensprühende Essays, in denen sich in der Tradition Ralph Waldo Emersons eine selbstsichere mit einer zweifelnden Stimme abwechselt. Diese mäandernde Stimme ist eine tief mit der Wahrheit verwurzelte Lügnerin. Mangusos Gedichte sind semantische Flunkereien, die mit simplen, doch stets sogkräftigen Sätzen eröffnen, um dann mit furiosen Winkelzügen die Logik in doppelbödige Argumentationen zu entführen, in denen die ständig sich verändernde Wahrheit als reißender Strom von Gedanken für die Dauer des Gedichts eingefangen zu sein scheint.

Sarah Manguso: Zwei Arten von Verfall

Biographischer Roman. Übersetzt von Annette Kühn & Ron Winkler

Eine Geschichte über eine tückische Autoimmunkrankheit, ein Jahrzehnt von wiederkehrender Paralyse, kollabierten Venen, Halskathetern, dem Tod von Freunden und Fremden, Depression und Abhängigkeit und somit von abgedroschenen Metaphern für lange Krankheit. Könnte man denken. Doch entgegen den Klischees macht die Krankheit die Autorin nicht zu einem besseren Menschen. Vielleicht zu einem mit größerem Introspektionsvermögen. Eine nüchterne, präzise Sprache von lyrischer Intensität und eine schonungslose Offenheit gegenüber der eigenen Egozentrik machen diese  Krankengeschichte eben nicht zu einem der zahlreichen Schicksalsberichte, sondern zu einer Auseinandersetzung mit Krankheit im Kontext der postmodernen amerikanischen Gesellschaft, in der die Erkrankte erwachsen wird.