Léonce W. Lupette

lebt als Schriftsteller und freier Übersetzer in Frankfurt am Main, wo er Komparatistik, Lateinamerikanistik und Philosophie studierte. Künstlerische und organisatorische Beteiligung an internationalen Kunstfestivals im Rahmen der Initiative stallarte. 2009 erschien bei luxbooks der Debütband Einzimmerspringbrunnenbuch (mit Tobias Amslinger). Gemeinsam mit Konstantin Ames, Tobias Amslinger und Norbert Lange gibt er die Internet-Zeitschrift karawa.net heraus.

Charles Bernstein: ANGRIFF DER SCHWIERIGEN GEDICHTE

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette u. Mathias Traxler

Die erste, umfassende Auswahl aus dem Werk des streitbarsten, heitersten und einflussreichsten Vertreters der L=A=N=G=U=A=G=E School, die aus dem literarischen Leben der USA seit den 70er Jahren nicht mehr wegzudenken ist und zu der auch die Luxbooks-Autorin Rae Armantrout gehört. Jede Starrheit sprachlicher (und damit auch: politischer) Identität wird in Bernsteins vielstimmigen Gedichten aufgelöst und in Bewegung gesetzt. Die Texte fahren Autoscooter, in ihnen knallt die internationale Tradition auf die Gegenwart, Hoch- auf Populärkultur. Bernstein ist homme de lettres und Scherzbold in einem, Theoretiker und Praktiker, Sprachaktivist und Melancholiker. Er ist Performance-Künstler und Opern-Librettist, Hollywood-Darsteller »Finding Forrester«) und bei allem: Verfechter des schwierigen Gedichts.

Jorge Kanese: DIE FREUDEN DER HÖLLE

Ausgewählte Gedichte. Übersetzt und herausgegeben von Léonce W. Lupette

 

»Ich habe immer noch keine Art gefunden, mich selbst zu übersetzen«, schreibt Jorge Kanese. Er mischt und deformiert Spanisch, Guaraní, Portugiesisch, erfindet Sprachen. Dem paraguayischen Lyriker geht es mit sich und mit den Texten so, wie es der Sprache in ihnen geht: Es ist ein Verhältnis der Selbstfremdheit, der Entfremdung. Es sind Gedichte, die trotz aller scheinbaren Souveränität nicht über all den Schmerz, die Zerrissenheit und die Ohnmacht hinwegtäuschen wollen, die ihnen vorausgehen, entgegenstehen, und die ihn ihnen auf die unterschiedlichsten Weisen mitsprechen. Das ständige Hinterfragen und Unterlaufen von Grenzen, Institutionen, Instanzen, das Beharren auf der Brüchigkeit von Identität, Sinn und Bedeutung mündet aber nicht in das Zelebrieren von Irrationalität und Unvernunft. In der Betonung der eigenen Beschädigungen und Aporien öffnet sich die lebensbejahrende Lust des Individuums an der Sprache, de all dies erst zugänglich macht. 

Mit »Die Freuden der Hölle« liegt erstmals eine Auswahl des derzeit wichtigsten Lyrikers Paraguays vor, einem Vorreiter der sprachmischenden Literatur aus dem Dreiländereck Paraguay-Brasilien-Argentinien. Léonce W. Lupette hat für die Übersetzung dieser Gedichte ebenfalls eine Mischsprache erfunden (Deutsch-Türkisch) und sie mit Kommentar und ausführlichem Nachwort versehen.

Léonce W. Lupette: TABLETTENZOO

Gedichte

 

Verdienen es Tabletten unter Artenschutz gestellt zu werden? Einige von ihnen sind wie wilde Tiere und richten entsetzliche Dinge an, andere sind friedlich, sanft und haben auf jedermann eine beruhigende Wirkung. Am gefährlichsten aber sind jene Tabletten, die nur aus Worten bestehen. Léonce W. Lupettes Gedichte sind Orte, wo bedrohte Silben, Sätze und Bilder ihre Zuflucht finden, wo ihre Bedrohung sichtbar wird.

Juana Manuela Gorriti: Der schwarze Handschuh

 

Ein schwarzer Handschuh entscheidet über Liebe und Verrat, Leben und Tod in einem Land zwischen Bürgerkriegen und Diktatur. Klassische Liebesgeschichte und zugleich eine politische Geistererzählung, bereitet Der Schwarze Handschuh die Tradition des magischen Realismus in der argentinischen Literatur vor. In Juana Manuela Gorritis (1816-1892) boshafter Liebesgeschichte schwankt der Soldat und angehende Politiker Wenceslao zwischen den ungewöhnlich modernen Frauengestalten Manuelita und Isabella.

Esteban Echeverría: Der Schlachthof

Eine der grundlegenden Erzählungen der argentinischen Literatur zum ersten Mal auf Deutsch! Der Schlachthof von Esteban Echeverría (1805-1851) spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs zur Zeit des Rosas-Regime. Nach einer katastrophalen Überschwemmung treibt der Hunger nach Fleisch die Menschen auf einem dreckigen Schlacht-hof zusammen, auf dem sich die Innereien und das Blut von  getöteten  Stieren sammeln. Mit teils absurder Morbidität schildert Echeverría das Geschehen. Der Schlachthof ist das eindringlichste Zeugnis der Unübersichtlichkeit und Unsicherheit der Epoche in der Geschichte des jungen Landes. In einer einzigartigen Dichte vereint Echeverría drastische Bildlichkeit, Sarkasmus und Satire, politische Parabel und szenische Dialoge. 

John Ashbery: EIN WELTGEWANDTES LAND

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von deutschen Lyrikern. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff

Der jüngste und 27. Band des derzeit wohl wirkungsmächtigsten US-amerikanischen Lyrikers zeigt den 1927 in Rochester geborenen John Ashbery erneut als den unangefochtenen Meister des doppelbödigen Versteckspiels. Die Bedeutung des schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen New Yorker Weltbürgers ist hierzulande höchstens mit jener Friederike Mayröckers zu vergleichen. Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen.

Tobias Amslinger/Léonce W. Lupette: EINZIMMERSPRINGBRUNNENBUCH

Gedichte, Notate, Fotografien. Gestaltet von Bettina Knoth.

Das Debut des Duos Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette ist eine spritzig verspielte Tour deForce. Basierend auf dem literarischen Blog gleichen Namens, bei dem sich die beiden Autoren seit zwei Jahren mit Gedichten, Kurzprosa, Netz-Fundstücken und Fotos die Bälle zuspielen, hat sich mit diesem Buch ein geschliffenes Kondensat ihrer bisherigen Experimente herauskristallisiert. Es ist ein enzyklopädisch anmutendes Werk fortschreitender Zerstreuung, wie das Internet scheinbar ordnungslos und doch wie ein Flickenteppich aus Sprache eng miteinander verwoben, dabei hoch amüsant, vertrackt, experimentell und zugänglich zugleich.