Jesper Juul

wurde 1970 in Århus, Dänemark geboren und studierte Dänische Literatur an der Universität Kopenhagen. 2003 beendete er seine Dissertation "Half-Real: Video Games Between Real Rules und Ficitonal Worlds", die 2005 bei der MIT Press veröffentlicht wurde. Bis August 2013 war er als Assistant Professor am New York University Game Center tätig und beschäftigt sich überwiegend mit der "Video Game Theory". Seit September 2013 ist er Associate Professor an der Royal Danish Academy of Fine Arts.
(Foto: Jasper Lagerberg)

Jesper Juul: DIE KUNST DES SCHEITERNS

Sachbuch. Übersetzt von Annette Kühn

Menschen haben von Kindesbeinen an das Verlangen, Erfolge zu erzielen und Kompetenz zu erreichen. Computerspieler entscheiden sich jedoch fortlaufend für eine Aktivität, die oft und wiederholt zum Verlieren führen muss und ein taubes Gefühl der Unfähigkeit erzeugt. Im Kino, im Theatersaal und beim Lesen von Büchern nehmen wir ebenfalls Anteil am Leid einer tragischen Figur, doch lässt sich die Lust daran mit Katharsis und Stellvertreterpositionen erklären. Warum aber gerade Videospiele, in der der Spieler sich für seine Niederlagen selbst verantwortlich fühlt, auch eine wichtige Rolle im Umgang mit Gewinnen, Verlieren, Leiden und Leben spielen, und wie sich das vermeintliche Paradoxon erklären lässt, zeigt Jesper Juul in seinem brillanten Essay „Die Kunst des Scheiterns“ und stößt damit zu einem der Wesenskerne der Conditio Humana vor.