Andre Rudolph

Andre Rudolph, geboren 1975 in Warschau, wuchs in Leipzig auf. Studium der Germanistik, Philosophie und Slawistik. Er lebt als freier Autor und Übersetzer aus dem Englischen und Polnischen in Leipzig. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, u.a. Lyrik von Jetzt 2, Neubuch, Sinn und Form, BELLA triste. Zu seinen Auszeichnungen gehören der Lyrikpreis Meran 2010, der Kranichsteiner Literatur-Förderpreis 2010 und der Wolfgang-Weyrauch Förderpreis 2011. Endausscheidung beim Peter Huchel Preis 2010. SWR-Bestenliste Platz 4./5. im März 2010. (Foto: Peter Löffelholz)

Andre Rudolph: Blicktot, Nixe [Klaffende Tags]

Gedicht

Wie kaum ein anderer Gegenwartsautor ist Andre Rudolph der Dichter der scheinbaren Gegensätze, von Pathos und Ironie, von echtem, tiefem Witz und echter, tiefer Klage. Auch in seinem dritten Gedichtband findet sich bei aller Lust zum Beschreiten neuer Pfade ein strenger Formwille, der dabei nie gezwungen, eher rauschhaft wirkt. Es ist ein zersplitternder, epischer, konfessioneller Gesang. Ein breiter barocker Teppich, dessen Vollendung gleichzeitig gelingt und scheitert, scheitern muss, weil es das homerische >Große< nicht mehr geben kann. Das Scheitern also ist Resultat und Grundlage, es treibt diese zwischen den Stilen und Sprechweisen changierende Tragikomödie an. Andre Rudolph behauptet bei aller bewussten Sprachskepsis, bei allem >sowohl/als auch< weiterhin und unerschütterlich, dass Dichtung lieben, trauern, singen kann.

Andre Rudolph: Confessional Poetry

gedichte

Die zweite Band des mehrfach ausgezeichneten Leipziger Lyrikers Andre Rudolph.

»Eine lyrische Stimme voll abgründiger Leichtigkeit und selbstironischer Verzweiflung. Sie fängt präzise Echos unserer Gegenwart auf, spielt mit ihren technischen Verschaltungen und erzeugt ein ganz und gar heutiges Klangbild. Mit melancholischem Humor und Aberwitz schlagen die Texte den Leser in ihren Bann.« 

[Jury-Begründung zum Lyrikpreis Meran]

 

Andre Rudolph: Fluglärm über den Palästen unsrer Restinnerlichkeit

Gedichte. Mit Illustrationen von Annette Kühn

Der lange erwartete Debütband Andre Rudolphs (Prosanova Preisträger 2008) eröffnet die Reihe junger deutscher Lyrik bei luxbooks. Was in diesen Versen geschieht, ist unerhört: Beunruhigend, aufstörend schön und bisweilen komisch. Dazwischen immer wieder ein verwegener Mut zum dichterischen Risiko: Da gibt es Schmetterlingssägen und Buntmetallglück neben aufmerksamkeitsdefizitären Landschaften und eben Fluglärm über den Palästen unsrer Restinnerlichkeit.

Tadeusz Dąbrowski: Schwarzes Quadrat auf schwarzem Grund

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Andre Rudolph, Monika Rinck & Alexander Gumz. Mit einem Nachwort von Michael Krüger

Die Gedichte des polnischen Lyrikers Tądeusz Dabrowski sind atemberaubende Satiren zwischen ironischer Anekdote und biographischer Fiktion. Er vermischt mit sprachlicher Leichtigkeit und formaler Strenge das Erhabene, die Abstraktion mit der Alltäglichkeit.

John Ashbery: EIN WELTGEWANDTES LAND

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von deutschen Lyrikern. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff

Der jüngste und 27. Band des derzeit wohl wirkungsmächtigsten US-amerikanischen Lyrikers zeigt den 1927 in Rochester geborenen John Ashbery erneut als den unangefochtenen Meister des doppelbödigen Versteckspiels. Die Bedeutung des schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen New Yorker Weltbürgers ist hierzulande höchstens mit jener Friederike Mayröckers zu vergleichen. Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen.