Amy Lowell

Lowell wurde 1874 in eine prominente neuenglische Familie in Massachusetts geboren. Als junges Mädchen besuchte sie private Schulen zwischen den ausgedehnten Europareisen der Familie. Ab ihrem siebzehnten Lebensjahr begann sie, sich systematisch eigenständig literarische Kenntnisse anzueignen, dabei griff sie auf die etwa 7000 Bände umfassende Bibliothek des Familiensitzes zurück. Erst 1910 sah sie ihr erstes Gedicht im Atlantic Monthly veröffentlicht. Ihr erster Gedichtband »A Dome of Many-Coloured Glass« erschien 1912. Zwischen 1914 und 1925 veröffentlichte sie sechs Gedichtbände, verfasste zwei kritische Studien über moderne Dichtung und eine Biographie über John Keats. 1921 erschien ihr letzter zu Lebzeiten veröffentlichter Gedichtband »Legends«, in dem sie elf Legenden aus der ganzen Welt in elf Gedichten verarbeitete. Im Mai 1925 starb sie an einem Schlaganfall. Ihre Lebenspartnerin und Sekretärin Ada Dwyer Russel gab eine Sammlung von Lowells bisher unveröffentlichten Gedichten heraus, die auch die bis dato unveröffentlichte Sammlung »What's O Clock« enthielt. Für diese – und ihr Gesamtwerk wurde Amy Lowell im selben Jahr der Pulitzerpreis verliehen.

Amy Lowell: Verwundertes Glimmen

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Annette Kühn. Mit Materialien, einem Nachwort & Illustrationen.

Die Grande Dame der amerikanischen Lyrik, der 1926 posthum der Pulitzerpreis zuerkannt wurde, muss hierzulande erst noch entdeckt werden. Nach einer Europareise 1902 schrieb sie ihre ersten Gedichte und konnte diese ab 1910 im »Atlantic Monthly« veröffentlichen. Amy Lowells Lyrik war anfänglich stark von den englischen  Romantikern, insbesondere John Keats beeinflusst. 1912 eröffnete ihr die Lektüre der amerikanischen Imagisten neue Richtungen für ihre Arbeit. Zeitgleich erschien ihr erster eigener Gedichtband »A dome of Many-Coloured Glass«.