LUXBOOKS AMERICANA

Die Reihe präsentiert Werke der US-amerikanische Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts. Als Beraterin konnte die einflussreiche Kritikerin und emeritierte Literaturprofessorin der Stanford University, Marjorie Perloff, gewonnen werden. Die luxbooks.americana verfolgt verschiedene Strömungen, stellt bekannte und unbekannte Größen der US-Lyrik vor, schließt historische Lücken und präsentiert dabei konsequent auch die jüngsten Tendenzen.Die Editionen der luxbooks.americana sind stets zweisprachig und teilweise mit einführenden Nachworten versehen. Vielfach werden die Bände von deutschen Lyrikern wie Ron Winkler, JanWagner, Jan Volker Röhnert und Matthias Göritz übersetzt. Alle Bände sind von internationalen Künstlern und Illustratoren aufwendig illustriert.

Jeni Olin (Truckdarling): Ich habe Angst um meinen Hedgefonds

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Peter Rehberg. Mit Illustrationen.

Die Lyrikerin Jeni Olin gehört in jene Linie amerikanischer Lyrik, die Stimmen wie John Ashbery, Frank O’Hara, Ted Berrigan und Alice Notley hervorgebracht hat. Man könnte sie auch eine Dichterin der New York School dritter Generation nennen, allein ist doch schon die erste Generation so disparat, dass das Etikett wenig mehr aussagt als das Schreiben mehr oder weniger freier Verse mit popkulturellen Bezügen & ironischer Note in New York. Näher kommt man Jeni Olins Werk wohl eher, wenn man sie als popmodernen Wiedergänger des Flaneurs begreift.

Sarah Manguso: Komm her, O Klarheit

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Ron Winkler. Mit Illustrationen von Jessica Findley.

Die Gedichte der Joseph Brodsky Rome-Preisträgerin 2008 sind funkensprühende Essays, in denen sich in der Tradition Ralph Waldo Emersons eine selbstsichere mit einer zweifelnden Stimme abwechselt. Diese mäandernde Stimme ist eine tief mit der Wahrheit verwurzelte Lügnerin. Mangusos Gedichte sind semantische Flunkereien, die mit simplen, doch stets sogkräftigen Sätzen eröffnen, um dann mit furiosen Winkelzügen die Logik in doppelbödige Argumentationen zu entführen, in denen die ständig sich verändernde Wahrheit als reißender Strom von Gedanken für die Dauer des Gedichts eingefangen zu sein scheint.

Arielle Greenberg: Stadt aus Papier

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt & mit einem Nachwort von Ron Winkler. Mit Fotografien von Matthea Harvey

Man könnte sie eine unterhaltsame Verführerin in die Abgründe der Zivilisation nennen: Arielle Greenberg. Spielerisch & im besten Sinne schwierig sind ihre Verse, in denen sich Neurosen, Klischees, popkulturelle Deformationen, umgangssprachliche Module & Amerikabilder tummeln. In Greenbergs Poesiedrinks mischen sich jüdische Subtexte, Wiegenlieder & sonderbare ›Gedankenmärchen‹. Hoch- und Trivialkultur werden gekonnt adaptiert & souverän wieder verscheucht. Es entstehen Gedichte, die Sex sind & Vergnügen, doch finden sich ebenso Breitseiten echten Schmerzes.

Timothy Donnelly: Die neue Sicht der Dinge

Ausgewählte und neue Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Barbara Thimm. Mit Illustrationen von John Dilg

Die Gedichte des Poetry Editors der Boston Review sind der Sound des Anderen Amerika, der USA der großen Städte, der Ostküste, der kritischen Liberalen. Nicht aber trockene politische Lyrik, keinerlei platte Agitation ist vernehmbar: es ist der traurige doch energetische Blick eines an allen Trögen der Postmoderne getränkten Ästheten. Ohne mit der Wimper zu zucken vergleicht Richard Howard Donnellys Lyrik mit John Ashberys Frühwerk und weist darauf hin, dass Donnelly bei aller Geistesverwandtschaft verspielter, überschwänglicher, kurzum einladender ist. Timothy Donnellys Gedichte erscheinen u.a. in der Paris Review und Ploughshares. Er ist ausgezeichnet mit dem Bernard F. Conners Prize der Paris Review sowie mit dem David Craig Austen Award der Columbia University, an der er auch lehrt.

Hart Crane: Weiße Bauten

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Christian Lux. Mit einem Nachwort von Timothy Donnelly & farbigen Illustrationen von Bruno Zaid

Der erste Gedichtband aus dem schmalen Oeuvre Hart Cranes zum ersten Mal seit 1963 in deutscher Übertragung! Nur einen weiteren Band sollte Crane vor seinem Freitod 1932 veröffentlichen, die große, umstrittene Weltdichtung Die Brücke. Key Largo, seine letzte vollständig überlieferte Sammlung musste aus dem Nachlass publiziert werden. Weiße Bauten stieß bei der zeitgenössischen Kritik auf breite Anerkennung.

Dan Chiasson: Naturgeschichte

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Jan Wagner. Mit farbigen Illustrationen von Jeremy Traum

Dan Chiasson gehört zu den angesehensten Lyrikern seiner Generation. Er ist der jüngste Dichter, der regelmäßig im altehrwürdigen New Yorker Gedichte veröffentlicht. In seinen Versen präsentiert er eine ungeheure Spannweite: von Horaz bis eBay, von der Naturgeschichte Plinius’ bis zu postmodernen Vexierspielchen des Ichs reicht die Klaviatur, die Chiasson unaufgeregt und überaus gekonnt anspielt.

Craig Arnold: Fleischgeworden

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt & mit einem Nachwort von Jan Volker Röhnert. Mit Illustrationen von Boyce Cummings

Lange war es still um den 1999 mit dem renommierten Yale Younger Poets Prize ausgezeichneten Craig Arnold. Vereinzelt erschienen in den vergangenen Jahren Gedichte in Poetry – noch immer eine verlässliche Quelle für wichtige Entwicklungen in der amerikanischen Dichtung. Nun ist es soweit: der zweite Band Craig Arnolds: made flesh erscheint 2009 in den USA. Furiose Liebesgedichte, immer nah an den Abstürzen, Gedichte, die so gern Kitsch wären und es nicht sein können, weil alles in ihnen zerbrechlich ist und zerbricht.luxbooks präsentiert vorab die wichtigsten Zyklen aus diesem Band und versammelt ausgewählte Gedichte aus Arnolds Debut Shells. Die kongenialen Übertragungen Jan Volker Röhnerts zeugen erneut von der Lebendigkeit des transatlantischen Austauschs in der jüngeren Lyriker-Generation. Der Band ist illustriert mit Bildern des amerikanischen Malers Boyce Cummings.

Jennifer L. Knox: Wir fürchten uns

Ausgewählte und neue Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Christian Lux und Ron Winkler. Mit farbigen Fotografien von Jeremy Hinsdale

Die Lyrik der Jennifer L. Knox gehört zu dem frechsten und ungewöhnlichsten, was die jüngste zeitgenössische Lyrik der USA zu bieten hat. In ihren Gedichten schlüpft sie in unzählige Rollen, schlägt dabei Kapriolen von der Post- zur Popmoderne und verbrüdert sich im Geiste mit Frank O’Hara, Pop-Kultur, Spätwestern und Derrida. Nebenbei und von leichter Hand sind diese Gedichte obendrein zutiefst tragikomisch mit einem leichten Hang zum Absurden. Ihre Gedichte erscheinen in der wichtigen jährlich herausgegeben Blütenlese amerikanischer Lyrik The Best American Poetry, sowie in The Iowa Review, Ploughshares und Verse.

Barbara Guest: Fallschirme, Geliebter

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Johannes Beilharz. Mit einem Nachwort von Peter Gizzi & Kohlezeichnungen von Annette Kühn.

Sie war die unbekannte Fünfte im Bunde: Barbara Guest (1920-2006). Die große amerikanische Dichterin, die viele Jahre nahezu in Vergessenheit geraten war & stets im Schatten jener legendären anderen Vertreter der New York School – John Ashbery, Kenneth Koch, Frank O’Hara & James Schuyler – stand, sie hat in den letzten zehn Jahren eine überfällige Renaissance erlebt. Den Dichtern der Language-School wie auch vielen jüngeren amerikanischen Dichtern gilt sie als Ikone und ewiger Geheimtipp.

Amy Lowell: Verwundertes Glimmen

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Annette Kühn. Mit Materialien, einem Nachwort & Illustrationen.

Die Grande Dame der amerikanischen Lyrik, der 1926 posthum der Pulitzerpreis zuerkannt wurde, muss hierzulande erst noch entdeckt werden. Nach einer Europareise 1902 schrieb sie ihre ersten Gedichte und konnte diese ab 1910 im »Atlantic Monthly« veröffentlichen. Amy Lowells Lyrik war anfänglich stark von den englischen  Romantikern, insbesondere John Keats beeinflusst. 1912 eröffnete ihr die Lektüre der amerikanischen Imagisten neue Richtungen für ihre Arbeit. Zeitgleich erschien ihr erster eigener Gedichtband »A dome of Many-Coloured Glass«.