LUXBOOKS AMERICANA

Die Reihe präsentiert Werke der US-amerikanische Lyrik des 20. und 21. Jahrhunderts. Als Beraterin konnte die einflussreiche Kritikerin und emeritierte Literaturprofessorin der Stanford University, Marjorie Perloff, gewonnen werden. Die luxbooks.americana verfolgt verschiedene Strömungen, stellt bekannte und unbekannte Größen der US-Lyrik vor, schließt historische Lücken und präsentiert dabei konsequent auch die jüngsten Tendenzen.Die Editionen der luxbooks.americana sind stets zweisprachig und teilweise mit einführenden Nachworten versehen. Vielfach werden die Bände von deutschen Lyrikern wie Ron Winkler, JanWagner, Jan Volker Röhnert und Matthias Göritz übersetzt. Alle Bände sind von internationalen Künstlern und Illustratoren aufwendig illustriert.

Ben Lerner: Mean Free Path

Gedichte. Zweisprachig

In der Physik bezeichnet »mean free path« [die Mittlere freie Weglänge] die durchschnittliche Strecke, die ein Partikel zurücklegt, bevor es mit einem anderen Partikel zusammenstößt. Die Gedichte in Ben Lerners drittem Gedichtband sind Momentaufnahmen von Kollisionen jedweder Art: Splitter, Fragmente, Neuzusammenstellungen. Kommunikationsstörungen bringen zum Ausdruck, was simpler Beschreibung entgeht. Liebesgedichte und Gedichte über die Schwierigkeit, Liebesgedichte zu schreiben, wenn alles, was man zur Verfügung hat, die Sprache einer durchkommerzialisierten, militarisierten Welt ist. Der nun vorliegende dritte Band des mit dem Preis für Internationale Poesie der Stadt Münster ausgezeichneten US-Dichters Ben Lerner wurde von den Huchel-Preisträgern Steffen Popp und Monika Rinck ins Deutsche übertragen.

Ben Lerner: Mean Free Path

Gedichte. Zweisprachig

In der Physik bezeichnet »mean free path« [die Mittlere freie Weglänge] die durchschnittliche Strecke, die ein Partikel zurücklegt, bevor es mit einem anderen Partikel zusammenstößt. Die Gedichte in Ben Lerners drittem Gedichtband sind Momentaufnahmen von Kollisionen jedweder Art: Splitter, Fragmente, Neuzusammenstellungen. Kommunikationsstörungen bringen zum Ausdruck, was simpler Beschreibung entgeht. Liebesgedichte und Gedichte über die Schwierigkeit, Liebesgedichte zu schreiben, wenn alles, was man zur Verfügung hat, die Sprache einer durchkommerzialisierten, militarisierten Welt ist. Der nun vorliegende dritte Band des mit dem Preis für Internationale Poesie der Stadt Münster ausgezeichneten US-Dichters Ben Lerner wurde von den Huchel-Preisträgern Steffen Popp und Monika Rinck ins Deutsche übertragen.

John Berrymann: 77 Dream Songs

Gedichte. Zweisprachig

Mit »77 Dream Songs« erscheint eines der wichtigsten Werke der englischsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts erstmals in deutscher Übersetzung. 1965 erhielt der Band den Pulitzer Prize for Poetry. Wegen ihrer autobiographischen Färbung oft als »Confessional poetry« bezeichnet, hat John Berryman diesen
Begriff jedoch stets zurückgewiesen. Die »Dream Songs« bekennen nicht nur, sie klagen nicht nur, sie streiten auch, klagen an, fragen und reißen bittere Witze. So geht es um immer wiederkehrende Figuren und deren Dialoge, Gemütszustände und Blickwinkel auf die Welt, um Jazz, Theater und Minstrel-Shows, um Zen, Christentum und Buddhismus, um Liebe, Verzweiflung und Tod. Die Gedichte werfen ein getrübtes Licht auf das Amerika und die Welt der industriellen Moderne sowie auf das Individuum, das in dieser lebt. Protagonist ist Berrymans legendäres Alter Ego Henry. Dieser berichtet von seinen Krisen, nimmt aber auch vielfach die Stimmen und Perspektiven der von der Geschichte Unterdrückten auf: die der Schwarzen, der Juden, der Frauen. Oft mischen sich die
Stimmen, es wird unklar, wer genau spricht: die Persona ist ebenso zerrissen wie die Welt, die sie umgibt.

»Ich bin der kleine Mann der raucht & raucht.

Ich bin das
Mädchen, welches besser weiß, doch.

Ich bin der König des
Pools.

Ich bin so weise, dass mein Mund wurd zugenäht.

Ich
bin ein Regierungsekretär & gottverdammter Narr.

Ich bin
eine Frau, die Witze über sich erträgt.

Ich bin der Gegner des
Verstands.

Ich bin der Autohändler und liebe dich.

Ich bin
Jugendkrebs, mit einem Plan.

Ich bin der ausgelöschte Mann.

Ich bin die Frau, so kraftvoll wie ein Zoo.

Ich bin zwei Augen,
geschraubt an mein Set, dessen blinde–

Es ist der Vierte
Juli.

Tagesgebet: während der Mann, der im Sterben liegt,

und dem du vorausgangen, Schöpfer der vergibt,

ächzt: >Thomas
Jefferson lebt<

vergebens, vergebens, vergebens.

Ich bin
Henry Pussy-cat! Mein Schnurrbart fliegt.«

Tom Disch: ENDZONE.

Letzte Gedichte

Thomas M. Disch, geboren 1940 in Des Moines, war einer der zentralen Vertreter der New Wave, jener ebenso progressiven wie literarischen Richtung der Science Fiction-Literatur der sechziger und siebziger Jahre. Berühmt machten ihn Romane wie „Camp Concentration“ (1968), „334“ (1972) und „On Wings of Song“ (1979) sowie zahllose Erzählungen. Zeitgleich zu seiner Karriere als Prosaautor veröffentlichte er unter dem Namen Tom Disch Lyrik. Vor allem in den Jahren vor seinem Suizid am Unabhängigkeitstag des Jahres 2008 bestückte er seinen Blog »Endzone« mit glänzenden Gedichten, in denen er schonungslos ehrlich, tieftraurig und nicht selten mit bissiger Ironie über ein Leben schrieb, das für ihn längst geendet hatte. In diesem Band sind die besten Gedichte aus Tom Dischs poetischem Nachlass versammelt. Herausgegeben, übersetzt und mit einem Essay versehen von Christopher Ecker. Mit einem Vorwort von John Crowley und einem Nachwort von Dietmar Dath.

Keith Waldrop: GRAVITATIONEN

Ausgewählte Gedichte, zweisprachig

»Meine Vorstellungskraft ist schwach. In meinen Träumen beispielsweise - von denen man annehmen würde, dass sich hier Wünsche mühelos erfüllen - in meinen Träumen verändern sich Ereignisse normaler Weise nicht. Doch in dieser Welt, die dem Verlangen des Herzens näher ist, spielen sie sich noch einmal ab, exakt so, wie ich sie erzähle, wie sie sich zugetragen haben. Es scheint als ob ich mir eher Verzweifl ung, und selbst erfundene Verbesserung der Zustände ausmale - um diese zum Untergang verdammte Welt mit Zärtlichkeit zu sehen, so wie sie war, so wie sie ist.«

Eine erste repräsentative Auswahl aus dem Werk Keith Waldrops, der mit seiner aus Deutschland stammenden Frau Rosmarie seit Jahrzehnten den Verlag Burning Deck Press betreibt. In den USA hochgeschätzt, erscheinen dort unter anderem Erstausgaben deutschsprachiger Lyriker (Mayröcker, Erb, Stolterfoht u.v.a.) aber auch L.A.N.G.U.A.G.E Poetry und New York School nahestehende Dichter.

Charles Bernstein: ANGRIFF DER SCHWIERIGEN GEDICHTE

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette u. Mathias Traxler

Die erste, umfassende Auswahl aus dem Werk des streitbarsten, heitersten und einflussreichsten Vertreters der L=A=N=G=U=A=G=E School, die aus dem literarischen Leben der USA seit den 70er Jahren nicht mehr wegzudenken ist und zu der auch die Luxbooks-Autorin Rae Armantrout gehört. Jede Starrheit sprachlicher (und damit auch: politischer) Identität wird in Bernsteins vielstimmigen Gedichten aufgelöst und in Bewegung gesetzt. Die Texte fahren Autoscooter, in ihnen knallt die internationale Tradition auf die Gegenwart, Hoch- auf Populärkultur. Bernstein ist homme de lettres und Scherzbold in einem, Theoretiker und Praktiker, Sprachaktivist und Melancholiker. Er ist Performance-Künstler und Opern-Librettist, Hollywood-Darsteller »Finding Forrester«) und bei allem: Verfechter des schwierigen Gedichts.

Kenneth Koch: FRISCHLUFT

Ausgewählte Gedichte. Übersetzt von Tom Schulz, Marcus Roloff und Christian Lux

Kenneth Koch galt als charismatischer Clown der New York School, jener Gruppe von Dichtern, die sich Anfang der 50er Jahre in New York um John Ashbery und Frank O'Hara zusammenfanden und enge Kontakte mit den Malern der pulsierenden New Yorker Kunstszene pflegten. Kochs Gedichte sind voll sprühendem Witz, teilweise verschroben lüstern, bisweilen surrealistisch verspielt, mit einem Wort: diese Gedichte haben Wucht. Koch, Ashbery und O'Hara waren angetreten, die erstarrte und akademisierte Lyrik der Jahrhundertmitte aufzuwirbeln und Frischluft durch die verstaubten Zeilen ihrer Zeitgenossen zu pusten. Anders als die Beat-Dichter war die New York School jedoch nie esoterisch, nie offen politisch, nie simpel anarchisch. Ihr Einfluss auf die heutige amerikanische Dichtung ist weitaus größer als die anderer Richtungen der Jahrhundertmitte. Ende der 70er Jahre erschien in Deutschland eine Auswahl aus dem Werk Kenneth Kochs von Nicolas Born im Rowohlt Verlag. Jetzt haben Marcus Roloff, Tom Schulz und Christian Lux eine umfangreiche Auswahl aus dem Gesamtwerk Kochs erstellt und neu übersetzt. Nach John Ashbery und Barbara Guest ist dies der dritte Autor der New York School bei luxbooks.

Sylvia Plath: ÜBER DAS WASSER / CROSSING THE WATER

Nachgelassene Gedichte. Übersetzt von Judith Zander

 

Sylvia Plaths “Crossing the Water” ist eine großartige Entdeckung! Es versammelt eine Serie von Gedichten aus dem Jahren 1961 und 1962 und markiert den Beginn einer rauschschaften Schaffensphase der jungen Schriftstellerin - an deren Ende jene weltberühmten Gedichte entstanden, die unter dem Titel “Ariel” posthum veröffentlicht werden und Plaths Ruhm als eine der wichtigsten amerikanischen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts begründen sollten. Über vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung der von Ted Hughes zusammengestellten Gedichte, wird mit der deutschen Ausgabe von “Crossing the Water” nun endlich eine Lücke in der deutschsprachigen Publikation der Werke Sylvia Plaths geschlossen.

Anna Rabinowitz: DARKLING

Gedicht & 2 CDs der Operninszenierung. Übersetzt von Barbara Felicitas Tax

In einem Schuhkarton, versteckt auf einem Regal im Haus ihrer Eltern, fand Anna Rabinowitz alte Fotos, Briefe und Postkarten. Es waren längst vergessene Habseligkeiten, die von der Existenz zweier Familien berichteten, die im Holocaust ermordet worden sind.

Bob Hicok: UMSTELLUNG AUF REHZEIT

Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Judith Zander

 

Die US-amerikanische Lyrik kennt neben den großen einflussreichen Bewegungen wie New York School, LANGUAGE, Beat und Confessionalism auch immer große, skeptische Einzelgänger. Bob Hicok ist einer von jenen Dichtern, die lyrischen Dogmen eine klare Absage erteilen. Er liebt es, in seinen Gedichten Geschichten zu erzählen und versteht es einen zugänglichen Ton mit surrealen Wendungen zu verschmelzen.