ARIELLE GREENBERG Stadt aus Papier. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Ron Winkler
Man könnte sie eine unterhaltsame Verführerin in die Abgründe der Zivilisation nennen: Arielle Greenberg. Spielerisch & im besten Sinne schwierig sind ihre Verse, in denen sich Neurosen, Klischees, popkulturelle Deformationen, umgangssprachliche Module & Amerikabilder tummeln. In Greenbergs Poesiedrinks mischen sich jüdische Subtexte, Wiegenlieder & sonderbare ›Gedankenmärchen‹. Hoch- und Trivialkultur werden gekonnt adaptiert & souverän wieder verscheucht. Es entstehen Gedichte, die Sex sind & Vergnügen, doch finden sich ebenso Breitseiten echten Schmerzes. Greenberg »löst den Anspruch mehr als ein, Essenz und Eleganz, Humor & Abgrund miteinander zu verschmelzen «, heißt es im Nachwort von Ron
Winkler, der nicht nur aus den veröffentlichten Bänden Greenbergs ausgewählt, sondern auch unveröffentlichte Gedichte hinzunehmen konnte & das Ganze hochgradig charmant ins Deutsche geschmuggelt hat. Illustriert ist der Band mit Fotografien von Matthea Harvey
Arielle Greenberg »Stadt aus Papier«
Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig.
Übersetzt & mit einem Nachwort
von Ron Winkler. Mit Fotografien
von Matthea Harvey.
120 S. luxbooks.americana
Paperback € 18,50
ISBN 978-3-939557-35-7
Autorenseite: Arielle Greenberg
Autorenseite: Ron Winkler
Autorenseite: Matthea Harvey
Rezensionen
Dorothea von Törne in der WELT vom 07.11.2009: "Geschult an James Joyce, Sylvia Plath und Emily Dickinson vollführt sie einen wahnwitzigen Balanceakt zwischen Hoch- und Trivialkultur. Dass hier nichts lieblich klingt, verhindern die saloppen Rede-Elemente. Musik und Verbrechen liegen dicht beieinander. Eine ebenso fantasievolle wie absurde Metapher nach der anderen wird durch die nach Luft ringenden Städte geschleudert. Aus dem Zeichenkanon verblichener Moderne zieht Greenberg den Künstler als Fisch oder Tinte ausstoßenden Oktopus. "