Karen Witthuhn

Seit 2000 freiberufliche Übersetzerin (Englisch-Deutsch) von Romanen, Theaterstücken und -texten und Drehbüchern. 2012 Initiatorin und Organisatorin des Übersetzerprogramms “Getting Acrozz” im Rahmen des internationalen Theaterfestivals PAZZ am Oldenburgischen Staatstheater. 2011 Teilnahme am Hieronymus-Seminar im EUK Straelen und Stipendiatin der Berliner Übersetzerwerkstatt am LCB Berlin. Seit 1995 Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Staatstheatern, in der freien Szene und für die internationalen Theaterfestivals Theaterformen und PAZZ. 1991-1994 BA in Drama, Theatre, Film & Television an der University of Bristol. 1990-1991 Studium Modern Languages and European Studies an der University of Bath.

Percival Everett: "Ich bin nicht Sidney Poitier"

Roman

Am Anfang und im Zentrum des vielleicht unterhaltsamsten Romans zu Medienwahnsinn und Rassenfragen in den USA steht ein böser, verzweifelter Witz: Portia Poitier, die unkonventionelle Mutter der Hauptfi gur, gibt ihrem Sohn den Namen »Nicht Sidney«. Starkult, Rassenfrage, und die Schere zwischen Arm und Reich sind Nicht Sidney Poitier damit in die Wiege gelegt. Nicht Sidneys Mutter stirbt, als er elf Jahre alt ist und sie hinterlässt ihm nicht nur einen ungewöhnlichen Namen, sondern aufgrund kluger Investitionen auch einen maßgeblichen Anteil an der Turner Broadcasting Corporation, dem Mutterkonzern des Nachrichtensenders CNN. Dessen Gründer, Ted Turner, wird nun zum Vormund des vielleicht reichsten, verwirrtesten afroamerikanischen Jungen der USA. Als Nicht Sidney das abgeschirmte Anwesen seiner Jugend verlässt, wird er verhaftet und gerät sogleich in einen Mordfall in Smuteye, Alabama. Percival Everett hat mit diesem Roman eine dunkle, witzige, überbordende erzählerische Tour de force durch ein groteskes Amerika der Postmoderne geschaffen.