Grete Weil

(*1906 – 1999) studierte Germanistik in München, Berlin und Paris. 1932 heiratete sie den Dramaturgen an den Münchner Kammerspielen Edgar Weil, der 1933 in die Niederlande emigrierte. Grete Weil absolvierte eine Ausbildung als Fotografin in München, folgte ihrem Mann 1935 nach Amsterdam und eröffnete dort ein Fotostudio. Edgar Weil wurde 1941 im KZ Mauthausen ermordet. 1947 kehrte Grete Weil nach Deutschland zurück und war vor allem in den sechziger Jahren als Übersetzerin tätig, verfasste aber auch eigene literarische Texte. Ihre ersten Erfolge hatte sie mit den Romanen "Tramhalte Beethovenstraat" und "Meine Schwester Antigone". Sie wurde 1980 mit dem Wilhelmine-Lübke-Preis, 1983 mit dem Tukan-Preis der Stadt München, 1988 mit dem Geschwister-Scholl-Preis und 1995 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ausgezeichnet.

John Hawkes: DIE LEIMRUTE

Roman. Übersetzt von Grete Weil

Ein Pferderennen im englischen Aldington bietet den Hintergrund für einen literarischen Thriller von Weltrang. Das Ehepaar Michael und Maragret Banks wird von einem Freund in den scheinbar genialen Plan verwickelt, eines der Rennpferde beim Golden Bowl zu stehlen und unter falschem Namen wieder auf die Bahn zu schicken. Die Aktion schlägt katastrophal fehl, und die Banks finden sich unvermittelt im Konflikt mit einer professionellen Verbrecherbande und somit in einem fiebrigen, albtraumhaften Szenario, das auf ein grausames Ende zusteuert.

Thomas Pynchon hält den Roman für einen der wichtigsten Wegbereiter der Postmoderne. Zu Hawkes Fürsprechern gehören außerdem Flannery O’Connor, Saul Bellow, Anthony Burgess, Donald Barthelme und William H. Gass.

Bereits 1964 erschien im Limes Verlag Wiesbaden (zu dessen Autoren Gottfried Benn und Alan Ginsberg gehörten) John Hawkes "The Lime Twig" in der Übersetzung von Grete Weil. Das
fünf-zigjährige Publikations-Jubiläum wollen wir dazu nutzen, auf die durch uns in Wiesbaden fortgeführte Herausgabe von US-Literatur und Gegenwartslyrik
hinzuweisen.